Montag, 19. Mai 2008

deutschland

hallo ich bin wieder in deutschland und die wochenenden gefallen mir hier sehr gut. Da muss keiner arbeiten, denn das machen die meisten zwar nicht gerne, doch können sie sich ein leben ohne arbeit auch nicht vorstellen und faulheit kommt nicht in frage bei den arbeitgebern. Die menschen hier versuchen nicht zu nerven oder aufdringlich zu sein,außer es geht um ihr geld oder sonstige materielle werte, da kennen die kein spaß. Ansonsten lebt man hier im absoluten luxus und weiß recht viel. Gefahr geht nur nachts von irgendwelchen assi schlägern aus, oft ausländer. Zufällig jemanden treffen passiert sehr selten, genauso wie es sehr ungewöhnlich ist fremde anzusprechen ohne wichtigen grund oder gar auf der straße noch freundschaft zu schließen. Wogegen das auf partys nicht allzuschwierig ist, hier zeigt sich auch die soziale seite, meist auch kombiniert mit dem trinksport, der glaub ich überall zu finden ist in D. Man trifft sich im allgemeinen unter dem vorwand einer aktivität, ein treffen nur zum reden, zusammensein (eben der soziale faktor) gibt es höchstens unter engen freunden.. Ich stelle hier absichtlich keinen vergleich mit anderen ländern an, doch wer schon mal in lateinamerika gewesen ist (und nicht nur in einer touristengroßstadt), der weiß warum mir genau diese punkte so auffallen!

Freitag, 22. Februar 2008

Bilder der Reise

Hier zur Befriedigung der Gemüter einige schöne Bilder der Reise..
Ohne besondere Ordnung oder dem Reiseverlauf entsprechend---

"Hommage an den Mexikaner (sorry Insider)."

"Rasta 4 ayva!"

"Die ganze Bande in einem Auto, 13 Leute."

"Mhh.. que rico."

"Das Bild sagt ja wohl alles."

"Oder das."

"Da war es dann aber zuviel."

"Carnaval de Barranquilla! Eine bunte Truppe aus Ländern dieser Erde: Trinidad & Tobago, Venezuela, Kolumbien, U.S.A., Deutschland, Japan"

"Zurück in Deutschland? Nicht ganz, Deutsches Dorf in den Bergen Venezuelas, noch vor dem 1. Weltkrieg errichtet."

"Göttliche Berge!"

"So versucht die venezuelanische Polizei sich den ein oder anderen Bolivar dazuzuverdienen."

"Nationalpark Morrocoy. All die vielen schönen Inseln die wir aus Geldnöten nicht aus der Nähe betrachten konnten. Abgesehen von den Zweien, zu denen wir hinschwammen."

"Niklas auf dem Steg."

"Direkt durch den Dschungel, mit den Motorrädern. Schlammige Angelegenheit."

"Noch einer von den 1000 Stränden die wir sahen."

"Grün?"

"Die gleiche Stelle an der wir das Foto mit dem Auto gemacht hatten 2 Monate davor."

"Dame dos mil! Dame una galleta! Dame pan!
Dame algo!"

"Reichen meine Magenkrämpfe, Fieber und Diarrheu nicht aus? Nein, Niklas muss mit mir hintendrauf nochmal gegen einen Bordstein fahren."

"Sieht weiter aus als es ist."

"..."

"Danke. Niklas."

"Die Pelikane versammeln sich."

"Mystischer Sonnenuntergang auf der Isla."

"Pablo ist einfach der Geilste."


"Auf nach Mochima! Mit dem schlechtgelauntesten Venezuelaner den wir kennenlernten. Vielleicht hätten wir die Bootsfahrt nicht so weit herunterhandel sollen."

"In Echt ungefähr 3 Millionen mal geiler.Mochima."

"In Echt ungefähr 3 Milliarden mal geiler."

"Was für ein verdammt geiler Poser ist denn der Bundeswehrmacker?"

"La Isla Margarita."

"Ein Krüppel."

"La Restinga, Isla Margarita. 20km nur Strand."

"Muschelmeer."

"Fischer Fornaro in der Karibik auf Beutefang."

"Kitesurfing.."

"Frio.Mucho frio."

"Ein Sand weisser als Wixe. Geht das?"

"Mission Nicolukas (Bread in the oven baken, here comes a Rudeboy Jamaican)"

"Fischer Richelshagen aus dem hohen Norden auf Beutefang"

"Der Tod kam, um mich endlich zu holen"

"Doch alles wurde gut. Dieser überfüllte Touristenstrand ist trotzdem herrlich"

"Puypuy. Ein Paradies. Sogar auch für arme Schlucker wie wir"

"Yeah! Das Leben ist geil!"

Samstag, 16. Februar 2008

Die göttliche Eingebung

Wenn es so etwas wie göttliche Eingebung gibt, dann hab ich sie heute erlebt.
Für alle, die nicht wissen, wovon ich spreche, sollten sich was schämen! Schaut euch endlich Pulp Fiction an, und ihr wisst was ich meine - zwar bin ich nicht ganz so überzeugt wie Jules Winfield von seiner Sache, aber man könnte meinen, irgendjemand wollte mir heute etwas sagen und das hat derjenige geschafft.

Was ist passiert? Zwei Sachen.

Heute stand der Aufbruch aus dem frischen Mérida ins heisse Cúcuta an, vielleicht das letzte Unternehmen mit meiner Suzuki. Der kleine Umweg von vllt. 100km soll hier nur nebenbei erwähnt sein :p - zur Sache:
Als wir auf einer Autobahn fahren, kann ich einen kurzen Augenblick Niklas im linken Rückspiegel erhaschen. Ich bilde mir ein, ihn einen Schlenker machen zu sehen, überlege dann aber, dass es davon kommen könnte, dass am Rand des Spiegels alles etwas verzerrter wirkt.
Dennoch kommt mir in diesem jenem Moment durch dieses Bild die Vorstellung in den Kopf, dass Niklas durch einen extremen Schlenker die Kontrolle verliert, vom Motorrad fällt - und danach brutal überfahren wird, und zwar von dem blauen Jeep, der tatsächlich gerade darauf aus ist, ihn zu überholen und deshalb nur wenig Distanz hält.

Solche Vorstellungen hatte ich zuvor, so weit ich mich erinnern kann, noch nie - und nachher erzählte mir Niklas, dass er den kuriosen Schlenker in diesem Moment wirklich tat, um einem Schlagloch auszuweichen.

Die zweite Sache: Mein erster Unfall *
* Der einzige Unfall, der mir vorher geschah, war als Niklas mich mit meinem (!) Motorrad zu einem Krankenhaus in Barcelona fuhr (denn ich hatte starke Magenkrämpfe und konnte nicht fahren) und in der Einfahrt genau gegen den knallgelben Bürgersteig direkt vor ihm donnerte, was mir mein ganzes rechtes Knie derbe aufriss..
Auf der Motorradreise habe ich kein einziges mal einen Unfall gebaut. Doch gerade jetzt, da ich mir überlege, das Motorrad nach 2 Monaten Reise zu verkaufen, passiert es.

Ich fuhr einen Hang hinauf, wo sich fast oben angelangt rechts von mir eine Tankstelle befand, weshalb sich davor eine Schlange von Autos gebildet hatte. Ein nicht allzu schlauer Mann wollte der gleichen Tätigkeit nachgehen und musste deshalb von meinem Gegenstreifen auf die Seite der Tankstelle wechseln. Mich überhaupt nicht wahrnehmend (mit leuchtend orangener kolumbianischer Schutzjacke), obwohl ich ganz offensichtlich auf meiner Strassenseite fuhr, bog er einfach in Richtung Autoschlange ab, als ich nur einige Meter von ihm entfernt bin und noch nichtsahnend Gas gebe..
Vollbremsung meinerseits, Stehenbleiben seinerseits, Crash!
Ich donner volle Kanne gegen die Frontseite des Trucks, falle zu Boden, höre das laute Hupen des nachkommenden Lasters hinter mir, dass mich sehr sehr schnell aufstehen lässt, da ich Angst habe überrollt zu werden. Nach einigen Beschimpfungen (ja, auf spanisch) meinerseits an den Vollidioten, der einfach mal ohne zu gucken die Strasse überquert, denn ihm passiert ja nichts, in seiner hohen, gut geschützten Camioneta - schau ich erstmal, was eigentlich passiert ist. Das Motorrad, das auf dem Boden liegt, hat ein paar (wenige) Kratzer mehr, die Spiegel sind total verbogen, die Bremse ist verrutscht. Ich hatte genausoviel Glück: Ausser einer kleinen Prellung der Finger (vor allem Daumen) ist eigentlich nichts grossartig passiert.
Zwar konnte ich meine rechte Hand nach dem Zusammenprall nicht vom Zittern abhalten, aber nach einem stärkenden Guyaba-Brot entschliessen wir uns endlich unser Ziel Cúcuta zu erreichen.

Und hier sind wir - Niklas schläft und ich schreibe meinen Blog.

Ich weiss nicht, aber irgendwie schien mir heute jemand etwas sagen zu wollen, und damit hat er mich sicherlich in meiner Meinung unterstützt, was meine baldigen Reisemittel angehen..

Gut dass ich noch lebe!
Gruss Gesunder Lukas

Freitag, 15. Februar 2008

Einkaufsliste für die anstehende Reise

Einkaufsliste Cúcuta / San Cristóbal 2008

Alles was hier aufgelistet ist, wird mich auf meiner zukünftigen Reise begleiten.
Und eigentlich nicht viel mehr.

Ich werde mich von meinem Motorrad trennen, mit dem ich viel Spass hatte.
Ab dann werde ich weitertrampen, laufen oder im Notfall Bus/Taxi nehmen.

Wie man unschwer erkennen kann, habe ich aus der bisherigen Reise gelernt, dass weniger tatsächlich mehr ist.

  • Dicker, warmer Schlafsack
  • Kleiner Rucksack
  • Kleines Kissen
  • Wörterbuch Spanisch / Deutsch
  • Grammatikbuch, wenn möglich
  • Neue Schuhe
  • 2 Unterhosen
  • 2 Paar Socken
  • 2 kurze Hosen
  • 2 T-Shirts
  • 1 lange Hose
  • Warme, wasserabweisende Jacke
  • Regenumhang
  • mp3-Player / mp3-Handy
Machts gut, bis bald schon wieder
Lukatsch

Donnerstag, 31. Januar 2008

Verlauf der Reise

Hier schreibe ich jetzt mal den Verlauf meiner Zeit im Ausland auf, bis schliesslich (scheinbar?) wahrhaftig die Reise begann. Nicht die allerwichtigste Zeit, deshalb in Stichpunkten.

27. August - 11. Oktober 2007 /// 1½ Monate /// Bogotá
  • 11 Stunden von Frankfurt nach Bogotá geflogen
  • FSJ als Zivildienstersatz mit der Trägerorganisation AFS angefangen
  • Spießiege Gastfamilie mit schrecklich krankem Gastvater - geht irgendwann gar nicht mehr klar
  • Arbeit beim Roten Kreuz Kolumbien mit Strassenkindern gefällt mir sehr gut - ausserdem arbeite ich als Englischlehrer
  • Die ersten Wochen sehr glückliche Zeit, soviel gelacht wie zuvor nie (nüchtern ;), vor allem mit Niklas
  • Dann Niklas' Krise: Er hat die Kriegsdienstverweigerung in Deutschland nicht geschrieben, somit den Vertrag seines FSJ's mit AFS gebrochen, was einige Probleme hervorrief
  • Aus diesem Problem entsteht für mich und Niklas der Traum einer grossen Lateinamerika-Reise, als ich ihm eines Tages verspreche mit ihm die Reise anzutreten
  • AFS versucht alles um uns an diesem Traum zu hindern, doch ich bin entschlossen und breche mein FSJ ab, auch wenn ich deshalb meinen Zivildienst nochmal komplett neu machen muss und AFS von mir 2000 Euro verlangt
11. Oktober - 14. Oktober 2007 /// Bucaramanga
  • Antritt der Reise mit Niklas, endlich die Flucht aus der verschmutzten Riesenstadt
  • Wollen erstmal die anderen FSJ'ler, die in Kolumbien arbeiten, besuchen und fangen an mit Bucaramanga, wo Ole und Chris als Englischlehrer arbeiten
  • Kommen ein paar Tage bei einem Hospitality-Club Typen unter, der zufällig an Chris' Schule arbeitet: Wir treffen Chris und können kurz mit ihm reden, Ole ist jedoch gerade im Urlaub
14. Oktober - 16. Oktober 2007 /// Cúcuta
  • Trampen nach Cúcuta und sehen wunderschöne Landschaften
  • Schlafen in unserem Zelt im Garten eines Reichenviertels bei einer netten kolumbianischen Familie
16. Oktober - 18. Oktober 2007 /// San Cristóbal
  • Fahren nach Venezuela um ein Motorrad zu kaufen und zu reisen wie Che Guevara und Alberto Granado auf Che's erster Reise durch Lateinamerika von Argentinien bis nach Venezuela - unsere Reise dagegen fängt in Venezuela an und führt in den Süden
  • Ich überlege in der 2. Nacht in San Cristóbal, die schrecklich kalt und nass ist, weil es ins Zelt hineinregnet, dass ein Auto eigentlich besser geeignet ist zum Reisen und bestehe auf mein Auto, um einen weiteren Reisepartner mitnehmen zu können, damit auch das Spanisch am Ende der Reise gut ist - auch der Spaßfaktor wäre so enorm höher, gestehe ich mir ein
19. Oktober - 23. Oktober 2007 /// Cúcuta
  • Verbringen ein paar schöne Tage bei der Familie im Reichenviertel und bei Dennis, dem anderen FSJ'ler, der in Cúcuta als Englischlehrer arbeitet
24. Oktober - /// Caracas
  • Wir machen uns auf den Weg nach Caracas, um uns ein gebrauchtes, günstiges Auto zu kaufen
  • In Caracas angekommen, leben wir bei einer Hospitalityclub-Familie im Ghetto, einer Gegend, die nicht unbedingt als ungefährlich einzustufen wäre
  • Meine Eltern betragen einen internationalen Führerschein und schicken ihn an das Büro von Tibisay, der HC-Gastmutter
  • Wir bekommen Hilfe bei der Autosuche und kaufen schliesslich, trotz meiner grossen Zweifel aufgrund des hohen Alters dieser Schönheit, einen wunderbar stylischen Fiat Mirafiori 131 aus dem Jahre 1976
  • Wir kaufen nicht (!) den Volkswagen, Modell: Brasilia, denn wir hatten nur 4.5 Millionen Bolivares dabei und der VW kostete 5 Mill.
  • Wir leben einen Monat in Caracas bei derselben Familie, vergnügen uns, langweilen uns, warten auf den Führerschein, der mindestens 3 Wochen braucht, warten, dass endlich die Reise losgeht, sind unzufrieden, erleben aber trotzdem viel mit den Leuten, die wir kennenlernen..
Doch dann geht nach ewigem Warten tatsächlich die Reise los, doch dann passiert eine Unglaublichkeit nach der anderen und wir machen Erfahrungen, die unser Leben für immer beeinflussen werden - Doch dazu mehr später ...

Bilder Bilder Bilder

Buenas,

ein Freund den wir über http://www.hospitalityclub.org/ auf der Isla Margarita (Venezuela) über Neujahr kennengelernt haben war so freundlich alle Bilder seit Anfang der Motorradreise online zu stellen. Es fehlen zwar Kommentare, da wir keinen Zugriff auf seinen Account haben, aber zum Anschauen reicht es erstmal. Sobald ich wieder in Cúcuta bin (weil ich dort Zeit und Internet habe), werde ich ein paar detailliertere Bilder mit Kommentaren auf meinen Blog stellen.

Nicolukas auf der Motoroute

Nicolukas auf der Isla Margarita

Bis dahin steht Carnaval de Barranquilla an!! Und euch viel Spass beim Fasching in Deutschland.

Lukas

Montag, 24. Dezember 2007

Herrliche morgendliche Bescherung am Strand Venezuelas

Heute morgen am 24.12.2007 weckt mich Niklas am Strand von Rio Caribe, Venezuela
"Lukas, die haben unsere Rucksäcke geklaut!"
Und tatsächlich, keine Mochilas mehr auf den Sitzen unserer Motorräder.

Die Strandleute konnten uns nicht helfen, die Polizei nicht, niemand..

Alles was wir jetzt haben sind die Kleider die wir gerade anhaben, die Motorräder, Zelt, Schlafsäcke, zum Glück Kamera und mein liebes Fischernetz.

Dass die Kleider, all unser Geld (nicht wenig), mp3 + CD Player sowie vieles mehr weg sind ist gar nicht so schlimm - viel schlimmer ist für uns, dass das Tagebuch weg ist, indem jeder Tag mindestens eine Seite von Niklas geschenkt bekam.

Da das USB-Kabel für die Kamera weg ist habe ich jetzt auch leider erstmal keine Möglichkeit mehr Bilder auf den PC zu übertragen.

Wir werden jetzt einfach mal ohne Kleider und ohne Sachen weiterreisen und die wunderschönen Strände von Venezuela geniessen, aber nur noch an Strände gehen, die auch von Polizisten bewacht sind - denn an solchen Stränden kann mehr passieren als "nur" ausgeraubt werden.

Es wird aber bestimmt interessant so totalmente frei durch das Land zu reisen, ohne Last, ohne Gepäck, wie ein Streicher (Aragorn).

Das war dann also unsere Weihnachtsbescherung.

Fröhliche Weihnachten an euch alle da draussen!

Hoffentlich habt ihr mehr Glück und bekommt an Weihnachten
etwas dazugeschenkt und nicht Alles weggenommen.